Cocon d'amour

Der moderne Zeitgeist hat dazu beigetragen flexible Rahmen innerhalb der Kommunikation zu setzen. Menschen haben aufgehört um Ihre Beziehungen zu kämpfen. Es ist leichter jemanden zu ignorieren, als miteinander zu reden, den anderen von seiner Meinung zu überzeugen, lauter zu werden, Kompromisse zu machen und letztendlich einfach versuchen, die andere Person zu verstehen und so anzunehmen, wie sie ist.


In den letzten Jahren haben wir gelernt flexibler zu sein, denn es warten so viele Möglichkeiten auf uns, dass wir uns auf nichts mehr festlegen müssen und insgeheim Angst haben, etwas zu verpassen. Dank der digitalen Religionen: Tinder und Co. liken wir und wischen Menschen nun effektiver weg, so als seien sie austauschbare Erzeugnisse unserer perfiden Konsumbedürfnisse.



Hohe Anforderungen an "Beziehungen"


Zuallererst soll das Projekt "Beziehung" unsere Wünsche befriedigen: heiraten, Kinder bekommen, ein Haus kaufen.

Dabei soll der Partner, ins Idealbild passen, wie eine vorgefertigte Schablone. Passgenau und ohne Abweichungen von unseren Wunschvorstellungen.

Wir haben die Qual der Wahl!



Jemanden ändern = harte Arbeit


Aber Beziehungen oder Ehen sind harte Arbeit. Zwei fremde Menschen, aus unterschiedlichen Familien, die zusammenkommen um etwas Neues zu erschaffen und ihr Leben miteinander verbinden... Das erfordert Adoption und Zurückstellung seines Stolzes.

Dafür reicht Liebe allein nicht aus.





Wenn dir, die Person sympathisch ist, ihr Gemeinsamkeiten habt, dann ist das schon sehr viel wert. Und wenn es zu Differenzen in der Meinung kommt, dann redet darüber, versucht zu überzeugen, umzuerziehen, aber gebt einander nicht sofort auf!

Es wird kein "besserer Kandidat" auftauchen.


Love is a child of an endless war

(Sting)


Das Geheimnis meiner Ehe? Wir wussten immer, es hätte uns schlimmer treffen können. Und wenn es schwierig wurde, dann haben wir miteinander geredet, gegeneinander gekämpft, einander erzogen, aber wir haben uns niemals aufgegeben, nur weil wir sahen, dass der andere so gar nicht dem Idealbild entspricht. Wir nahmen Meinungsverschiedenheiten als Chance war, als Persönlichkeit zu wachsen und durch den anderen besser zu werden.



Erst die Liebe formt uns, unseren Charakter, unsere Persönlichkeit. Sie zeigt uns, was wir wollen, was wir nicht wollen, was wir bereit sind zu geben oder von dem anderen bereit sind zu nehmen, zu lernen - voneinander und miteinander, zu wachsen, schwach zu sein, Schmerz zu fühlen und letztendlich in Stärke mit neuer Kraft zu erblühen.



Wer seine Chance auf eine Beziehung ignoriert, verweilt beständig in seinem illusorischen Cocon d'amour.


Anastasia Weimer

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